rademacher

Here, There
And Everywhere

Lennon/McCartney

Lutz Rademacher

19.9.1969 – 18.11.2025

Wir trauern um Lutz Rademacher, der unerwartet im November letzten Jahres verstarb. 

„Ob Meistersinger, Dreigroschenoper, zeitgenössische Musik auf Festivals oder die Stücke unserer Studierenden – Lutz Rademacher begegnete jeder Partitur so, wie er auch uns begegnete: mit Neugier, Offenheit, Freude, Heiterkeit, Charme und Großzügigkeit. Mit ihm an einem Stück zu arbeiten, gemeinsam über einer Partitur zu brüten – das waren für mich immer Stunden voller Wärme, Humor und großer, menschlicher Lebendigkeit.

Lutz Rademacher war ein Mensch voller Energie. Er schenkte seinem Gegenüber Aufmerksamkeit und Herzlichkeit und seine Liebe zur Musik war unerschütterlich. In den letzten Jahren hat er diese Freude und seinen riesigen Erfahrungsschatz auch mit unseren Kompositionsstudierenden geteilt. Heute musste ich ihnen – noch immer fassungslos und mit schwerem Herzen – sagen, dass Lutz nicht mehr bei uns ist. Die Stille und Traurigkeit, die den Raum sofort erfüllten, zeigten, wie sehr Lutz als Mensch und Musiker von uns allen geschätzt wurde. Er hat Spuren in uns hinterlassen – in unserem Denken, unserem Hören und in unserer Musik. Ich bin von Herzen dankbar, dass ich Lutz kennenlernen durfte, dass wir zusammen Musik machen durften und dass wir gelegentlich auch gemeinsam das Leben gefeiert haben.“

Nachruf von Prof. Dr. Gordon Kampe
Komponist und Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 

Biografie

Lutz Rademacher war Dirigent.

Mit Präzision, Hingabe, Neugier und Leidenschaft. Er stand für ein zeitgenössisches, innovatives Musiktheater und suchte auch im Bewährten stets das, was uns angeht. 

An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg ausgebildet, war er als Kapellmeister u.a. in Basel und Freiburg engagiert. Zuletzt gab er dem Konzertleben der Stadt Detmold als GMD mit innovativen Konzertformaten und anspruchsvollen Musiktheaterspielplänen neue Impulse.

Überregionale Beachtung fanden Produktionen von George Benjamins „Written On Skin“, Leoš Janáčeks „Jenufa“, Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ und Giselher Klebes „Der jüngste Tag“.

Bei den Salzburger Festspielen leitete er das Mehrspartenprojekt „Judith“. Gastdirigate führten ihn u.a. zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, an die Vlaamse Opera Antwerpen und an die Komische Oper Berlin. 

Bereits mehrfach hat sich Lutz Rademacher mit dem Werk von Henry Purcell auseinandergesetzt: Am Theater Basel entstand 2006 in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Sebastian Nübling „Dido and Aeneas“. Die begeistert aufgenommene Produktion wurde 2007 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Ebenfalls in Basel hieß es 2011 „Hush, no more“, eine Bearbeitung von Purcells „Fairy Queen“. Im Herbst 2022 folgte eine Bearbeitung von „King Arthur“ am Theater Bremen.

In der Saison 2021/22 widmete sich Lutz Rademacher einer neuen interdisziplinären Herausforderung: Als Fellow am Hamburg Institute for Advanced Study brachte er Musik in die internationale Forschung.

Im Austausch mit Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Fakultäten untersuchte er die Rolle der zeitgenössischen Musik in unserer Gesellschaft und stellte die wichtigsten musikalischen Entwicklungen des 20. und 21. Jahrhunderts zur Diskussion.

Die Spielzeit 2022/23 endete für Lutz Rademacher sportlich: kurzfristig sprang er für die Leitung der Wiederaufnahme der „Meistersinger von Nürnberg“ an der Oper Leipzig ein und wurde von Publikum und Mitwirkenden gleichermaßen gefeiert.

Bereits im Juni 2022 leitete er in der Halle 424 in Hamburg die Uraufführung von Gordon Kampes Musiktheater „O Seufzen, Heulen, Herzensknall“. Mit einer erweiterten Fassung dieses erfolgreichen Werkes waren Lutz Rademacher und das Ensemble RADAR im Januar 2024 zum Ultraschall Festival ins Berliner Radialsystem eingeladen.

Seit dem Sommersemester 2024 gab Lutz Rademacher sein Wissen als Dozent für Orchester- und Ensembleleitung an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg weiter. An der HfMT Hamburg war er zusätzlich Lehrbeauftragter für Ensemble Neue Musik.

Lutz Rademacher war ein Teamplayer, Theatermensch, fordernder Ermöglicher und mitatmender Begleiter.

Kontakt

Stretta Artists Management
Rita Ahonen
ahonen@stretta-artists.com